Kantonaler Geräteturnertag in Seuzach

Premiere von David und Michael im K5, knapper Sieg von Roman im K5 und auch Stefan konnte seine Form bestätigen und gewann Silber im K6.

Es war heiss in der Halle und wir waren zum ersten Mal froh, dass die Teilnehmerzahl bei den Turnern nicht der, der Turnerinnenwettkämpfen entsprach; es hätte turnen in einer grossen Sauna entsprochen. Unsere Turner hatten einen kleinen Vorteil, denn das Freitagstraining fand im Zendi unter fast gleichen Bedingungen statt (stickige Luft und unangenehme Wärme).

Für David Dubach und Michael Hofstetter war es der erste K5-Wettkampf in ihrer Karriere. Auf Grund des Trainings war Michael leicht zu favorisieren, doch David ist ein Wettkampf-Typ und wir waren gespannt wie die Beiden sich behaupten werden.

K5: Sieg von Roman

Erneut war, wie am Frühlingwettkampf im April, der Barren das Startgerät. Die 2,5 Monate Wettkampfpause waren sicherlich nicht optimal, doch bot es die Möglichkeit an den eigenen Schwächen erfolgreich zu arbeiten und auch da und dort neue Schwierigkeiten einzuarbeiten. Roman Niederhäuser konnte nahtlos an die tollen Leistungen am Frühlingswettkampf anknüpfen. Zum ersten Mal beendete er am Barren seine Uebung mit der Kreishochwende und erhielt für seine Darbietung eine 9.40. Auch am Reck turnte er gewohnt sicher (9.20; 4 Zehntel vor dem Zweitbesten an diesem Gerät) und am Boden gelangen die neu eingebauten Verbindungen (Ueberschlag vw. und Sprungrolle, sowie Radwende Flic-Flac) nach Wunsch; 9.10. An den Schaukelringen wurde, wegen den „komischen“ Ringen, kurzfristig das Ruggeli durch das Auskugeln ersetzt... 9.45. Doch am Sprung brauchte es nochmals Nerven, denn der 1. Sprung war eine Kopie der SM 2009: Salto geb. mit gebeugten Beinen, da es ein Salto geh. hätte sein sollen. Nach dem Wettkampf sagte er mir, dass sein erster Gedanke war „jetzt hanis vergamed“. Doch beim 2. Sprung zeigte er dann einen anschaubaren Salto geh. und erhielt dafür doch noch eine 9.00. Mit 46.15 konnte Roman die Goldmedaille gewinnen, „nur“ einem Zehntel Vorsprung auf den zweitplatzierten Per Schönenberger aus Rüti.

Bei Yanik Meier war es gerade umgekehrt. An den beiden letzten Geräten zeigte er seine gewohnte Leistung. Am Sprung war sowohl der Salto geh., aber auch der Salto gestr. toll gesprungen und er erhielt dafür die Note 9.20. An den Ringen brillierte er vor allem durch seine super Körperhaltung und den technisch korrekt ausgeführten Elementen. Nur noch der Abgang hätte Yanik hier einen Strich durch die Rechnung machen können...., war aber nicht so: 9.40 (dies war die zweitbeste Note an diesem Gerät). Leider hatte Yanik am Boden einen Patzer, der ihm einen ganzen Punkt kostete und so eine Top-Rangierung verunmöglichte. Am Barren und am Reck zeigte er zwei gute Darbietungen. Mit seinem Total von 43.90 gewann Yanik erneut eine Auszeichnung und platzierte sich auf dem guten 9. Rang. Zur Zeit bereitet ihm das erreichen des Formstandes 2009 mehr Mühe als die Uebungen; diese kann Yanik nämlich. Für die zweite Jahreshälfte gilt es nun sich an die tollen Ergebnisse des vergangenen Jahres zu erinnern, die Zweifel beiseite zu schieben und dann wird es klappen.

Und was haben unsere beide „K5-Neulinge“ gezeigt? – David, wie zu erwarten war, steigerte sich am Wettkampf und konnte vor allem durch seine Haltung überzeugen. Dies war auch wirklich nötig, denn auf der technischen Ebene hatte ihn Michael klar im Griff. An zwei Geräten (Barren und Sprung) zeigte sich dies auch in den Noten, doch an den anderen beiden Schwunggeräten und am Boden behielt David wegen seiner guten Körperspannung die Nase vorn. Am Ende gewann das interne Duell David um knappe 0.15 Punkte und platzierte sich auf den 18. Rang. Michael erreichte den 19. Rang und stellt somit sicher, dass alle Obfelder Turner in den Top-20 rangiert waren. Leider gab es für David und Michael keine Auszeichnung mehr, doch der Rückstand von 8 Zehntel (respektive 6 Zehntel bei David) lässt für die nächsten Wettkämpfe alle Optionen offen.

K6: Stefan gewinnt Silber

Stefan Meier war wegen des gleichzeitig stattgefundenen Turnfestes der einzige Obfelder Turner im K6. Auch er hatte die 2,5 Monate Wettkampfpause genutzt um seine Übungen deutlich zu erschweren. In den Trainings wurde dabei der Fokus auf Boden (Radwende, Flic-Flac und Doppelschraube), Barren (Diamidov, Stützkehre) und Sprung (Doppel gebückt mit ½ Schraube) gelegt. Die Luft in der Halle hatte sich in den vergangenen 2 Stunden klar verschlechtert und stellte damit eine zusätzliche Herausforderung dar. Der Einstieg in den Wettkampf am Reck (9.25, zweithöchste Note des Tages) gelang Stefan optimal und am Boden (trotz hartem Federboden) wurde alles geturnt wie geplant: Überschlag, Salto vw., Sprungrolle und Handstand ½ Dr.; Radwende, Flic-Flac und Doppelschraube zum bockstillen Stand; YES und die 9.60 war ein super Lohn für das Risiko. An den Schaukelringen konnte er dann auch die Note des Frühlingswettkampfes vergessen machen; 9.40 trotz Standschwierigkeit. Beim Einturnen am Sprung musste Stefan ein wenig mit der Sprunghöhe kämpfen, als es aber ernst galt ist ihm der Doppel gebückt mit halber Schraube besser gelungen als sein „Standardsprung“! Am Schlussgerät Barren war für die Verbindung Diamidov/Stützkehre nochmals höchste Konzentration gefordert. Im Einturnen super gelungen, musste Stefan bei der „echten“ Vorführung leider einen Sturz (0.4 Abzug) nach dem Diamidov in Kauf nehmen. Er meinte danach nur: „soviel Zyyt hani no nie ghaa, bi grad e chli verschrocke“. Der Applaus für diese Uebungen seiner Turnkollegen und der (beschämend) kleinen Zahl an Zuschauer war das Risiko wert und zeigt auch, dass Stefan für die SM auf dem richtigen Weg ist. Mit 46.50 gewann er am Ende die Silbermedaille; 0.35 Punkte Rückstand auf den Sieger Tobias Vogel.